Deine Checkliste für eine erste Begutachtung.

Zur ersten Begutachtung eines Second Hand Motorrades kann man sich an untenstehender Checkliste orientieren, besser beurteilen können das natürlich die Profis in der Werkstatt (nicht sinnvoll ist die Bewertung in Werkstätten bei: Kapazitätsengpässen, Befangenheit, eigene Interessen). Auf eine ausführliche Probefahrt, möglichst auch auf Landstraße und Autobahn, solltest du aber auf keinen Fall verzichten. Wer kein Vertrauen zum Privatgebrauchtkauf hat, sollte sich bei Gebrauchtmotorrad-Händlern umschauen. Sie bieten die meisten Modelle zwar relativ teuer an, dafür aber überwiegend eine 6-monatige Garantie auf die wichtigsten Teile der Mopeds. Dies ist ein guter Einstieg in das Zweiradfahrerleben.

1. Rostbefall


am Auspuff an den Schweißnähten: des Rahmens sowie im Lenkkopf- und Schwingenbereich (bei Rollern müssen zur Prüfung meist Verkleidungsteile entfernt werden. Also Schraubendreher mitnehmen) an den Felgen und Speichen

am, unter und im Tank

Rost ist meist ein optisches Problem. Wenn das betroffene Teil aber nicht mehr behandelt werden kann, ist u. U. ein Austausch nötig.

2. Flüssigkeitsaustritt


am Motorblock: Zylinderfuß, -block, Ventildeckel (4-Takt-Motoren) an der Vorderradgabel: Ölaustritt zwischen Stand- und Gleitrohr am Kardan-Winkeltrieb: Simmerring undicht am Vergaser.

3. Getrenntschmierungssystem an Tank und Benzinhahn


Auch nach der Probefahrt kontrollieren. Undichtheiten können zwar beseitigt werden, die Arbeitszeit kann aber teuer kommen.


4. Schleifspuren


an allen Kunststoffteilen, v.a. Verkleidungen an Rollern, ggf. Aufkleber lösen, je nach Hersteller sind Verkleidungsteile sehr teuer an Fussrasten und Endschalldämpfer, an Lenkerenden und Armaturen/Scheinwerfer am Rahmen.

Schleifspuren deuten auf harte Fahrweise, Stürze oder Unfälle hin, also Vorsicht!

Das gehört zur Detailprüfung

1. Räder und Reifen


Drehbarkeit: Räder müssen in beide Drehrichtungen frei und ohne Schleifgeräusche laufen. Kardangetriebene Hinterräder dürfen nicht haken oder "mahlen". Felgenschlag: Prüfung durch Anhalten eines Schraubenziehers am Felgenrand. Speichenspannung: Klarer Klang ohne Scheppern? Felgenrisse, Risse in der Nabe Radspiel: Radlager durch Kippbewegungen der Räder kontrollieren. Reifenprofil: gesetzlich vorgeschriebene Profiltiefe mindestens noch 1,6 mm (Ausnahme: Motorfahrräder mindestens 1 mm). Reifentyp: Übereinstimmung der Dimension und des Typs mit den Angaben im Fahrzeugschein?

2. Kettenantrieb

Verschleiß: Läßt sich die Kette deutlich vom Kettenrad abheben, sind Kette und Kettenrad wahrscheinlich verschlissen. Letzteres erkennt man auch an spitz geformten Zähnen ("Sägezähne"). Übersetzung: Kettensatz in Originalübersetzung?

3. Bremsen

Bremsscheiben: Oberfläche auf tiefe Riefen oder Absätze prüfen. Beläge: Belagstärke mindestens 4 mm, Verschleißanzeige bei Trommelbremse. Vorsicht bei ungleichmäßig abgenutzten Belägen.

4. Fahrwerk

Lenkkopflager: Rad anheben, Gabel unten fassen und nach vorne und hinten drücken sowie von Anschlag zu Anschlag drehen. Dabei dürfen kein Spiel oder Hakeln spürbar sein. Lenkeranschlag: Verformungen deuten meist auf einen Unfall hin. Telegabel: Vorderradbremse ziehen und Telegabel stark ein- und ausfedern lassen. Auf den Standrohren darf sich kein Ölfilm bilden. Gabelholme auch auf Verwindungen prüfen. Hinterradschwinge: Beide frei hängenden Holme (oder Einarmschwinge) von hinten zuerst seitlich, dann nach oben und unten bewegen. Spürbares Spiel könnte an einem defekten Schwingenlager liegen. Stoßdämpfer: Heck des auf beiden Rädern stehenden Motorrads niederdrücken und loslassen. Nach einer halben Schwingung muß es (ohne gurgelnde Geräusche) zur Ruhe kommen.

 

5. Elektrik


Beleuchtungselemente: Funktionsprüfung Stand-, Abblend- und Fernlicht, Rücklicht, Bremslicht, Blinker, Instrumentenbeleuchtung. Kontrolleuchten: Prüfung Öldruck, Leerlauf, Fernlicht, Blinker, Batterieladung, ABS, Benzinreserve, Seitenständer usw. Sicherheitssysteme: Prüfung Hupe, Lichthupe, Killschalter, Unterbrecherschalter für Seitenständer usw.

6. Instrumente


Tachometer: Zitternder Zeiger deutet auf eine defekte Tachowelle hin. Rückstellungsmöglichkeit des Tageskilometerzählers. Zusatzinstrumente: Funktionsprüfung.

7. Armaturen


Bowdenzüge: Prüfung der Leichtgängigkeit von Kupplung, Gas und Choke. Schalter: Funktionsprüfung.

8. Schlösser


Schlüssel: Vollständigkeit (Zündung, Lenkrad, Sitzbank, Helmschloß, Tankdeckel, Staufächer), Ersatzschlüssel. Schließfunktion: Prüfung der Leichtgängigkeit.

9. Batterie


Befüllung: Säurestand o.k.? Batteriepole säubern