1. Zeitlicher Ablauf, Resonanz
Die Umfrage wurde am 28. April 1998 eröffnet und am 30. Oktober des gleichen Jahres geschlossen. In diesem Zeitraum gab es etwa 2000 Zugriffe insgesamt auf meine Seiten, etwa zehn Prozent der Besucher nahmen an der Umfrage teil.
Anfang Oktober wurden etwa eintausend Mails, deren Empfängeradressen ich aus Rolf Menns "Wer fährt was" entnommen hatte, mit der Bitte an der Umfrage teilzunehmen, verschickt. Erst danach ging der Großteil der Ergebnisse ein. Vor dem Mailing wurden zwei weitere Fragen, die Frage 4 und 14 hinzugefügt.
2. Demoskopische Betrachtungen
Brauchbare Ergebnisse demoskopischer Untersuchungen sind an zwei Voraussetzungen gebunden: Erstens muß die strukturelle Zusammensetzung des befragten Bevölkerungskreises mit der Struktur derjenigen Gruppe übereinstimmen deren Meinungs- und Verhaltensmuster ermittelt werden sollen. Zweitens muß die Anzahl der Befragungen die Repräsentativität des Ergebnisses sicherstellen.
Es kann davon ausgegangen werden, daß die strukturelle Zusammensetzung der Gruppe Motorradfahrer die über Zugriffsmöglichkeiten auf das Internet verfügen mit der der Motorradfahrer insgesamt übereinstimmt. Begründet wird diese Aussage mit dem hohen Grad der technischen Interessiertheit von Motorradfahrern und damit, das sowohl das Hobby Motorrad als auch das Hobby Computer an gewisse materielle und soziale Voraussetzungen gebunden ist. Weiterhin wird auf den sowohl großen Anteil vom Motorradfahrern als auch Computerfreaks an öffentlichen Einrichtungen, im Manegement sowie an Hochschulen und Universitäten verwiesen.
Zu zweitens wird festgestellt, daß sich nach Vorliegen etwa der Hälfte der Umfrageergebnisse stabile Ergebniswerte eingestellt haben. Der Eingang der letzten 50 Ergebnisse führten lediglich zu Differenzen von weniger als ein Prozent. Eine Ausnahme bildet die Gruppe der Motorräder unter 10 PS, hier können auf Grund der Anzahl der eingegangenen Ergebnisse keine zuverlässigen Aussagen getroffen werden. Bei einigen diagrammatischen Auswertungen wurde diese Gruppe der bis 34 PS zugeordnet, das gleiche gilt für die Gruppe bis ein Jahr, diese wurde in einigen relevanten Fällen der Gruppe bis fünf Jahre zugeordnet.
3. Technische Probleme
Zur Übermittlung der Umfrageergebnisse wurden einfache HTML-Formulare, die als e-Mail verschickt wurden, verwendet. Die so erhaltenen Ergebnisse wurden in eine EXCEL-Tabelle kopiert und dort automatisch ausgewertet. Eine Zuordnung des Absenders zum Ergebnis erfolgte nicht. Nach Übertragung der Ergebnisse wurden die Mails gelöscht. Es erfolgten drei Mitteilungen darüber, daß ein Abschicken des Mails technisch nicht möglich war, in zwei dieser Fälle wurden dann die Ergebnisse von Hand in ein Mail geschrieben, übermittelt und eingetragen. Ich vermute in diesen Fällen die Verwendung exotischer Browser.
In etwa 10 Fällen erhielt ich Mails ohne Inhalt - hier vermute ich weniger technische Probleme, sondern die Ablehnung der Teilnahme an der Umfrage. Viele Umfrageteilnehmer wollten oder konnten nicht alle Fragen beantworten. In diesen Fällen wurde diese Frage mit Null bewertet, daß bedeutet für die Auswertung das die prozentuale Wertigkeit auf die Anzahl der tatsächlich eingegangenen Antworten bezogen wurde.
4. Kritik und Selbstkritik
Insgesamt wurde die Umfrage positiv bewertet, es gab etwa 20 Anfragen bezüglich des Zeitpunktes der Veröffentlichung der Ergebnisse.
Etwa zehn verbale Absagen der Teilnahme erreichten mich mit folgenden Begründungen: "Die Umfrage ist nicht anonym"- diese Kritik ist insofern berechtigt, daß mit dem Umfrageergebnis der Absender übermittelt wurde. Dies hätte durch eine Auswertung mittels CGI-Script verhindert werden können. Andererseits nutzten viele Absender die Möglichkeit ihren Absender zu anonymisieren.
Vielfach wurde der Wunsch nach Mehrfachantworten geäußert: ich habe diese bewußt nicht zugelassen um das setzen von Prioritüten zu erzwingen - auf Grund der großen Anzahl von Umfrageergebnissen konnten so besser möglich Rangfolgen bestimmt werden. Berechtigt ist der kritische Hinweis, bei folgenden Umfragen die Möglichkeit weiterer im Umfragetext nicht vorgegebener Antworten zu ermöglichen.
Wesentlich schwerer wiegt die Kritik, die Umfrage sei tendenziell motorradlastig und böte keine Möglichkeiten zur Selbstkritik. Im Falle der Frage 6 mag diese Kritik gerechtfertigt sein, andererseits bietet die Frage 13 die Möglichkeit dazu. Den Wunsch eines Motorradclubs aufgrund fehlender Antwortmöglichkeiten lediglich die Fragen 1 bis 5 auszuwerten kann ich nicht nachvollziehen.
5.   Gesamtergebnis

5.1. Gesamtergebnis, tabellarisch

Zur Bewertung der Antworten sind einige Angaben notwendig:
FRAGE 1:

Wie lange fährst Du Motorrad ?
6% bis 1 Jahr
29%bis 5 Jahre
19%bis 10 Jahre
46%länger
FRAGE 2:

Welche Leistung hat Dein Bike ?
1%bis 10 PS
14%bis 34 PS
24%bis 50 PS
48%bis 100 PS
13%über 100 PS
FRAGE 3:

Wieviel Kilometer fährst Du jährlich
mit dem Motorrad ?
2%unter 1000
15%unter 5000
35%unter 10000
39%unter 20000
9%über 20000
FRAGE 4:

ich verwende mein Motorrad
15%nur als Freizeitobjekt
50%vorwiegend als Freizeitobjekt
33%vorwiegend als Gebrauchsgegenstand
2%ausschließlich als Gebrauchsgegenstand
FRAGE 5:

Ich fahre überwiegend in den
75%"alten" Bundesländern
25%"neuen" Bundesländern
In der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 19. Februar 1998 wird die negative Unfallbilanz für Motorräder der "verstärkten Verkehrsteilnahme der Zweiradfahrer infolge vergleichsweise langer Schönwetterperiode" angelastet.
FRAGE 6:

Aus meiner Sicht hat die Zunahme von Motorradunfällen folgenden Hauptgrund

(keine Mehrfachnennung)
14%die lange Schönwetterperiode im vergangenem Jahr
52%die gestiegene Aggressivität im Straßenverkehr
7%die Erhöhung der passiven Sicherheit bei PKW
27%das Führen von Krafträdern mit PKW-Führerschein
Auffällig ist die relativ große Zahl der Verkehrstoten in den "neuen" Bundesländern
FRAGE 7:

Das ist aus meiner Sicht hauptsächlich zu begründen mit

(keine Mehrfachnennung)
39%der unzureichenden Fahrpraxis
6%der unzureichenden Fahrschulausbildung
26%der Mentalität
29%dem schlechten Straßenzustand
Durch die neue Führerscheinregelung hat die Zahl leistungsschwacher Krafträder im Straßverkehr drastisch zugenommen.
FRAGE 8:

diese Regelung finde ich

(keine Mehrfachnennung)
0%gut, weil ich jetzt auch darf
17%gut, weil die Umwelt dadurch entlastet wird
47%gut, weil die Bikerszene dadurch farbiger wird
23%schlecht, weil diese den Ruf der Biker schädigen
13%schlecht, weil der "Kleinen" den Verkehr behindern
Nach wie vor müssen sich junge Fahrer mit gedrosselten Bikes begnügen.
FRAGE 9:

Das finde ich
93%gut wegen der Sicherheit
7%schlecht weil Leistung gleich Sicherheit ist
Während unsere Straßen immer autofreundlicher werden, wird für die passive Sicherheit der Motorradfahrer relativ wenig getan.
FRAGE 10:

Aus meiner Sicht

(keine Mehrfachnennung)
4%ist das auch nicht notwendig
74%sind besonders Bitumenflickereinen gefährlich
22%sind unummantelten Leitplanken besonders gefährlich
In Skandinavien ist auf Grund der besonderen Lichtverhältnisse auch am Tage das Fahren mit Abblendlicht für alle Kraftfahrzeuge vorgeschrieben. Auch in Deutschland fahren immer mehr Personenkraftwagen bei guten Sichtverhältnissen mit (viel) Licht. Ursprünglich war dies den Bikern vorbehalten um deren Sichtbarkeit zu verbessern
FRAGE 11:

Ich sehe das so
66%Wer sich sicherer dabei fühlt soll mit Licht fahren
34%Zur Sicherheit der Biker muß das geahndet werden
Die konsequente Auslegung der Straßenverkehrsordnung führt oft zur Bestrafung von Bikern, obwohl einige Regelungen liberalisiert werden könnten
FRAGE 12:

Das betrifft besonders

(keine Mehrfachnennung)
20%Das Parken auf Gehwegen
10%Das Überholverbot
70%Das Vorbeifahren im Stau
Viel wird über das Ansehen der Biker geredet
FRAGE 13:

Ich denke

(keine Mehrfachnennung)
26%ist mir doch egal
19%wir haben einen guten Ruf
47%wir werden zu Unrecht verurteilt
8%wir werden mit Recht verurteilt
Die großen Autofahrervereinigung vetreten vordergründig die Interessen ihrer Mitglieder, auch war die bisherige Politik recht autofreundlich.
FRAGE 14:

Ich denke

(keine Mehrfachnennung)
83%die Vertretung unserer Interessen ist unzureichend
7%die Automobilclubs vertreten auch unserere Interessen
7%die Motorradclubs vetreten unsere Interessen ausreichend
3%wir brauchen keine Interessenvertretung


    1. Gesamtergebnis, grafisch, kommentiert

  1. Differenzierende Bewertungen

    1. Analyse zur strukturellen Zusammensetzung des Kreises der Befragten (Fragen 1 - 5)
    2. Analyse der Aussagen zur Befindlichkeit (Fragen 6 - 14)

  2. Schlußfolgerungen, Danksagung
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