Chaotische Wochen, alle wollten mit, keiner konnte mit, Mathias fand noch ein paar
freie Tage vor Studienbeginn. Chaotischer Aufbruch, schon spät, grauer Himmel, nichts
vergessen, los.
Dann nach 30 Kilometern - aus Fehlern (siehe Alpentour vom Vorjahr) wird man klug:
rechtzeitig habe ich beim ADAC die Mautpickerl gekauft. Die lagen zu Hause. Zurück.
Eine weitere Stunde Minus. Schließlich auf der Rhönautobahn - langer Stau an
einer Brückenbaustelle - ist Vorbeifahren legal ? Von nun an Regen (Fluch der
bösen Taten).
Dann lief es, kurze Tankstops, beim verlassen des Tauerntunnels stellte ich fest, daß
der Regen nicht mehr vom Visier ablief - es schneite. Ich bemühte mich den Tunnelmautner
möglichst unbekümmert anzuschauen, es kostete Überwindung die völlig durchnässten Handschuhe
wieder anzuziehen.
Erst weit nach Mitternacht wurde der Zeltplatz erreicht.
Der Platz war leer, kein Licht, nur der Regen strömte herab. Zeltaufbau unter diesen
Bedingungen fiel aus, den Rest der Nacht verbrachten wir unter dem Vordach der
Waschräume. Erst gegen Zehn Uhr wurde und bewußt, daß die uns umgebende
phantastische Berglandschaft kein Traum war. Der Zeltplatz liegt etwas über 600 Meter
hoch, ab 1000 Meter aufwärts war alles weiß.
1. Tourenvorschlag
Alle vorgeschlagenen Touren beginnen im Oberdrautal, also auf der Bundesstraße 100 zwischen
Lienz in Osttirol und Spittal in Kärnten.
Wenn wir's Pickerl einmal haben fahren wir auf der A10 Richtung Villach, ab Villacher Kreuz
auf die A 2 Richtung Italien bis zur Abfahrt Villach-Warmbad.
Wir folgen der Ausschilderung Richtung Wurzenpaß, Slowenien. Der Wurzenpaß
bietet abgesehen von seiner achtzehnprozentigen Steigung eher wenig. Bei 1073 Höhenmetern
endet das fast geeinte Europa und man sollte Fahrzeugpapiere, Grüne Karte und Ausweis
dabei haben. Bald ist in Podkoren die Slowenische Bundesstraße 1 erreicht, wir biegen
links in Richtung Krajnska Gora ab. Am Ortseingang eine Tankstelle, in Slowenien sollte man
angesichts des dünnen Tankstellennetzes rechtzeitig tanken.
Krajnska Gora ist ein sehr gepflegt wirkender Urlaubsort, den wir nach rechts in Richtung
Bovec abbiegend, durchfahren. Die nächsten 52 Kilometer sind ein Paradies für den
Motorradfahrer. Auf schmaler, kurvenreicher Strecke fahren wir über den Vrsic sedlo
(Werschetzpaß 1611 m). Links und rechts herrliche Blicke in die Julischen Alpen deren
markantes Wahrzeichen der Triglav mit fast dreitausend Metern ist. Hinab geht es durch das
Tal der Soca, wir durchfahren einige landwirtschaftlich geprägte kleine Ortschaften.
Schließlich erreichen wir kurz vor Bovez eine breitere Straße, die wir nach
links abbiegend nutzen können um Bovec ein Wintersportparadies (Tankstelle)
anzuschauen, oder gleich nach rechts um weiter nach Italien zu kommen.
Nach Norden fahrend erreichen wir den Passo Predil (1156 m) und damit Italien.
Etwa drei Kilometer hinter der Grenze biegt nach links ein Sträßchen Richtung
Moggia, Tolmezzo ab. Nun liegen wieder etwa dreißig Kilometer feinste Bergstraße
vor uns. Wir überfahren den Sella Nevea bei 1180 Metern.
Schließlich erreichen wir die italienische Staatsstraße 13, nun können
wir entweder nach links über Tolmezzo, Plöckenpaß und Gailbergsattel
oder nach rechts über Pontrebba, Naßfeldpaß und Kreuzbergsattel ins
Oberdrautal zurück. Hier verweise ich auf meine
vorjährige Tourbeschreibung.
Wegen seiner vielen abenteuerlichen Kehrtunnel finde ich den Plöckenpaß
schöner, allerdings finden auf oesterreichischer Seite gegenwärtige umfangreiche
Baumaßnahmen zur Begradigung statt. Schade.
AUF DEM VRSIC
(Vergrößern durch Anklicken)
2. Tourenvorschlag
Die zweite Tour führt über Lienz weiter auf der 108 Richtung Felbertauern. In
Huben bietet sich die Möglichkeit nach rechts ins Kalsertal in die Nähe des
Großglockners oder nach links ins Defreggental abzubiegen. Heute fahren wir nach
links. Stetig ansteigend erreichen wir durch herrliche Berglandschaften fahrend nach gut
30 Kilometern den 2052 Meter hoch gelegenen Stallersattel. Die Abfahrt auf der italienischen
Seite ist so schmal, daß mittels einer Ampelregelung die Fahrzeuge im Stundentakt
hindurchgelassen werden (Bild)
Nunmehr in Südtirol, erreichen wir im Pustertal auf die 49 rechts abbiegend
Bruneck/Brunico. Hinter der Ortsumgehung ist es schwierig den Abzweig ins Val Badia zu
treffen. Nun sind wir wieder auf kleinen und kleinsten Bergsträßchen.
Immer der 244 nach Süden folgend, ist unser Ziel die Sellagruppe die wir umfahren
wollen.
Wir folgen der Ausschilderung zum Grödnerjoch/Passo di Gardena (2121 m). Weiter nach
links auf die 242 abbiegend folgt das Sellajoch/Passo di Sella (2244 m) und wiederum nach
link auf die 48 abbiegend der Pordoipaß/Passo di Pordoi (2239 m). Diese Aufeinanderfolge
dreier Pässe auf kurzer Strecke ist hinsichtlich der Anzahl der Kehren, der
Höhenunterschiede und der phantastischen Ausblicke nicht zu überbieten.
Der krönende Abschluß auf dem Wege nach Cortina ist der Falzarengopaß
(2105 m), der nicht mehr zu Südtirol, sondern dem Friuli zugehört.
Im olympischen Wintersportort Cortina d'Ampezzo können wir entscheiden ob wir die
moderatere Version der Rückfahrt über die gut ausgebaute 51 wählen, oder ob
wir noch den Kreuzbergpaß/Passo M. Croce di Comelico (1636 m) und den
Misurinapaß/Col Sant'Angelo (1756 m) verkraften. Auch in diesem Falle ist
Toblach/Dobbiaca unser nächster Zielort, von dem aus wir durch das obere Drautal
Oesterreich und Lienz wieder erreichen.
(Vergrößern durch Anklicken)
3. Tourenvorschlag
Die dritte Tour ist zur Entspannung gedacht, und bietet die Möglichkeit entweder
bei sommerlichen Bedingungen in einem der angenehm warmen Kärntener Seen oder bei
weniger sommerlichen Temperaturen in einer wohltemperierten Therme zu baden.
Diesmal verlassen wir das Drautal in Spittal auf der B99 nach Norden. Sie folgt der A10,
und war vor deren Bau eine wichtige Nord-Süd-Verbindung über die Alpen.
Über Gmünd mit sehenswertem Stadtbild und Porsche-Museum erreichen wir steil
ansteigend den 1641 Meter hohen Katschbergpaß den die Autobahn in einem 5,5 km
langen Tunnel unterquert.
Schließlich erreichen wir das Murtal. Es empfielt sich der Ausschilderung nach St.
Margarethen zu folgen und über Thomatal die Nebenstraße zu nutzen. In Mur treffen wir
wieder auf die B95, die wir bald wieder in Predlitz Richtung Turracher Paß nach
rechts verlassen.
Diese Tour berührt drei Bundesländer. Nachdem wir am Katschberg die Grenze zum
Salzburger Land passiert hatten, fahren wir jetzt einige Kilometer durch die bergbaulich
geprägte Steiermark. So befinden sich auf der Turracher Höhe (1763 m) zwei
Bergstationen, die Steiermarker und die Kärntener. Wieder in Kärnten geht es mit
23% Gefälle zu Tale. In Patergassen nach rechts abbiegend erreichen wir bald Bad
Kleinkirchheim mit seiner
Römertherme
(nur für Warmduscher). Alternativ einige Kilometer weiter Richtung
Spittal der Milstätter See mit einigen Freibädern. Am Spittaler Knoten ist das
Drautal wieder erreicht.