Auf den ersten Blick erscheint das Ganze als pures Facelifting,
aber nach intensiver Beschäftigung mit dem Objekt zeigen sich
durchaus Details, die sich als Positivum gegenüber der
altbewährten TRANSALP darstellen.
Beginnen wir trotzdem mit den Äußerlichkeiten:
Die Umgestaltung der Scheinwerferpartie inclusive des gesamten
Cockpits erscheint wohltuend, kein massiver Quadratschädel,
sondern ein wesentlich feingliedrigeres Outfit, besonders aufgrund
des breiteren Scheinwerfers und der eleganter integrierten
Blinkleuchten.
Haben wir denn Platz genommen, fallen weitere Details ins Auge:
links der Kraftstofffüllstandsanzeiger ersetzt den bishereigen
Benzinhahn als "Fastleermelder", stellt sich die Frage, ob ein Zeiger
im roten Bereich genauso ernst genommen wird, wie das abrupte Ausbleiben
des Vortriebes in der alten Version.
Das Pendant Digitaluhr auf der rechten Seite mag seine Daseinsberechtigung
haben, eine solche mit integriertem Bordcomputer wäre einen Aufpreis
wert.
Auch das neugestaltete mit elektronischer Wegfahrsperre kombinierte
Zündschloss kommt gefälliger daher.
Der erste Start beim Kilometerstand Null erfolgte prompt, die ersten zwei
Kilometer zur Tankstelle reichten für einen sicheren Rundlauf.
Beim Öffnen des nun elegant versenkten Tankdeckels wird eine
Klappe im Einfüllstutzen sichtbar, die einerseits Kraftstoffausdünstungen
beim Tanken minimieren soll, andererseits ein "richtiges" Volltanken erschwert.
Auf der B27 wurde das erste Mal Gas gegeben. Ob das Ausbleiben des von der XL600V
gewohnte kräftige Bollern ein Verlust ist, ist eine Geschmacksfrage.
Der ungeregelte Kat bringt also in umwelttechnischer Sicht ein zweifaches Plus -
abgastechnisch und akustisch.
Der Blick auf Tacho und Drehzahlmesser zeigt im Vergleich zur "alten" TA geringere
Drehzahlen bei entsprechender Geschwindigkeit. Der "rote" Bereich beginnt
nunmehr schon bei 8300 U/min.
Die Leistungssteigerung um schlappe zwei Kilowatt ist kaum der Rede wert,
exakte Aussagen dazu sind bei Vorliegen der Kennlinien möglich.
Nun nach links abgebogen und auf kleinen Sträßchen der Rhön
entgegen. Zunächst gewinnt man den Eindruck, die Umgestaltung der
hinteren Federmechanik in Verbindung mit einer Verstärkung des Rahmenhecks
verbessere das Handling in Schräglagen - neue Reifen lassen jedoch kein
Austesten von Grenzbereichen zu, auch wurde die Möglichkeit der Verstellung
der Druckstufe des Stoßdämpfers nicht genutzt.
Das Gleiche gilt für das überarbeitete Bremssystem, das seine volle
Leistungsfähigkeit erst nach einigen hundert Kilometern zeigen kann.
Das Getriebe verlangt wie gehabt entschlossenes Handeln.
Und endlich ist es HONDA gelungen, eine Quelle ständigen Argers, die
klappernden und herunterklappenden Soziusfußrasten, nachhaltig zu beseitigen.
Wesentlich ist jedoch der Verlust entscheidender Enduroqualitäten infolge
der drastischen Verringerung der Bodenfreiheit durch die Anordnung des mechanisch
sehr empfindlichen Katalysators unter dem Schwingenlager und der Reduzierung des
hinteren Federweges.
Transalpfahrer sind eine Spezies Motorradfahrer, die es gelernt hat mit den
Grenzen ihres Bikes zu leben und dabei doch fast grenzenlosen Fahrspaß
zu erleben. Das wird sich kaum ändern, eher verbessern.
Die TA ist und bleibt ein rundum vernünftiges Motorrad.
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Bilder von der XL650V
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An dieser Stelle besonderer Dank der Firma HONDA-Schaub in Bad Hersfeld,
die das Testmotorrad zur Verfügung gestellt hat.
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| Einige Daten im Vergleich |
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XL 600 V (1999) |
XL 650 V (2000) |
| Motor |
52° V2 (SOHC) 6 Ventile |
52° V2 (SOHC) 6 Ventile |
| Bohrung/Hub |
75 x 66 mm |
79 x 76 mm |
| Hubraum |
583 cm3 |
647 cm3 |
| Verdichtung |
9,2 : 1 |
9,2 : 1 |
| Vergaser |
2 x 34 mm Gleichdruck |
2 x 34 mm Gleichdruck |
| Zündung |
digitale kontaktlose Transistor- Doppelzündung |
digitale kontaktlose Transistor- Doppelzündung |
| Getriebe |
5 Gänge |
5 Gänge |
| Abgasreinigung |
keine |
ungeregelter Katalysator |
| max. Leistung |
37 kW (50 PS) bei 8000 min-1 |
39 kW (53 PS) bei 7500 min-1 |
| max. Drehmoment |
53 Nm bei 6000 min-1 |
55 Nm bei 5500 min-1 |
| Länge |
2270 mm |
2257 mm |
| Breite |
905 mm |
920 mm |
| Höhe |
1300 mm |
1315 mm |
| Radstand |
1505 mm |
1505 |
| Bodenfreiheit |
195 mm |
135 mm |
| Federweg v/h |
200 mm / 187 mm |
200 mm / 172 mm |
| Sitzhöhe |
850 mm |
843 mm |
| Tankinhalt |
18 l |
19 l |
| Trockengewicht |
189 kg |
191 kg |
| Bremse hinten |
240 mm Einscheibenbremse |
240 mm Einscheibenbremse |
| Bremsen vorne |
Doppelscheibenbremse 256 mm |
Doppelscheibenbremse 256 mm |
| Felge v/h |
1.85 x 21 / 2.50 x 17 |
1.85 x 21 / 2.50 x 17 |
| Bereifung v/h |
90/90-21 / 120/90-17 |
90/90-S21 / 120/90-S17 |
| Standgeräusch |
86 dB (A) |
? db (A) |
| Fahrgeräusch |
78 dB (A) |
? dB (A) |
| Preis |
neu ab 01.04.00 (+3%) |
neu ab 01.04.00 (+3%) |
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Bilder von der XL650V
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