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Thüringische Rhön - Tour 1
Allgemeiner Hinweis:
Kilometerangaben sind kumulativ und ohne Abstecher. Sie beziehen sich auf die jeweils fettgedruckte Ortsangabe. Abseits der Route liegende Ziele sind nicht farbig hinterlegt, die dazu gehörigen Kilometerangaben (+6) sind gegebenenfalls zu addieren.
Angegebene Hinweise sind keinesfalls vollständig, sondern Vorschläge des Autors.

Verwendete Icons:
Hotel, Herberge gepflegt essen Imbiss
Parkplatz außerhalb Zeltplatz Bademöglichkeit
Parken, Wandern Sehenswürdigkeit Geschichte
viele Kurven schwierige Strecke Radarkontrollen
Foto (anklicken)
Streckenbeschreibung
Hin-
weise
Route Kilo-
meter

Die nördliche geographische Grenze der Rhön ist die Werra.
Somit verläuft der erste Teil der Strecke eher durch den Thüringer Wald als durch die Rhön. Dennoch wurde dieser Streckenverlauf gewählt, weil gerade das langsame sich Nähern an ein Ziel die Möglichkeit bietet die Besonderheiten des Zieles in seinem Umfeld zu erkennen. Außerdem bietet die Stadt Eisenach gute Anreise-, Unterkunfts- und Verpflegungsmöglichkeiten.
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Der Weg führt auf der B19 an der "Hohen Sonne" über den Rennsteig nach Wilhelmsthal.
Hier kann man das zur Zeit etwas verkomme Schloß Wilhelmsthal, Sommersitz der Thüringer Großherzöge und Aufenthaltsort Goethes besichtigen, mit einem Ruderboot den Wilhelmsthaler See erkunden und/oder hervorragende echte Original Thüringer Rostbratwürste genießen.
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Unweit des Schlosses an der B19 in Richtung Meiningen befindet sich der Zeltplatz "Altenberger See", der als Ausgangspunkt für diese Tour zu empfehlen ist. (+6)
In der Regel meiden wir Bundesstraßen. So verlassen wir die B19 in Wilhelmsthal am Bratwurststand nach rechts und fahren Richtung Wolfsburg-Unkeroda früher ein beliebtes Ausflugsziel der Eisenacher. Heute ein wenig verschlafen wirkend. 12
Weiter durch den Ort Förtha erreicht man die B84 sie folgt dem Verlauf der alten Handelsstraße Leipzig - Frankfurt. Für einige Kilometer bleiben wir auf dieser Straße. Das 1588 in Marksuhl erbaute Schloß war im 16./17. Jahrhundert wiederholt Sitz eines sächsischen Herzogs 19
Hinter Marksuhl führt die B84 durch pilz- und beerenreiche Wälder an zwei sehenswerten Gewässern vorbei. Das erste, der Albertsee ist ein Paradies für Angler. Nach etwa 600 Metern folgt rechts der Hautsee mit schwimmender Insel - von der man sagt, sie kündigt kriegerische Zeiten an, wenn sie sich einem Ufer nähert. 24
Im nächsten Ort, Dönges, biegen wir Ortsmitte nach rechts in Richtung Frauensee ab. In Frauensee ein sehenswertes kleines Schloß und der Frauensee mit Bade- und Imbißmöglichkeit. 27
Wir verlassen Frauensee in Richtung Dorndorf/Springen . Hier beginnt das Kalirevier der Thüringischen Rhön. Obwohl viele Schächte in den letzten Jahren geschlossen wurden wird noch gefördert. 30
Erlebnis-
bergwerk
Auf alle Fälle sollte man einen Besuch des Kalischachtes Merkers einplanen. Von Springen ist Merkers über die B84 zu erreichen, am Ortseingang Kieselbach rechts abbiegen, um über die Werrabrücke Merkers am Schwimmbad zu erreichen. Für 35 DM kann man unter Tage unter anderem den Lagerplatz des Reichsgoldschatzes (Bernsteinzimmer ?), eine riesige Konzerthalle und einer (Salz-)Kristallgrotte mit Bar (alkoholfrei) besichtigen. Dabei legt man etwa 50 km auf offenem Lastwagen zurück - einem Biker mit diesem Fahrstil würde auf den ersten Metern die Lizenz entzogen. (+16)

In Springen biegen wir am Ortseingang nach rechts in Richtung Vitzeroda ab. Eine kleine Straße führt in vielen Kurven durch landschaftstypischen Mischwald nach Vitzeroda, die Verbindungen zu Orten im ehemaligen Sperrgebiet sind zum Teil noch in sehr schlechtem Zustand. In Vitzeroda biegen wir am Gasthaus "Linde" links ab Richtung Friedhof um auf dem einst zur Grenzbewachung angelegtem Plattenweg   entlang der Thüringisch - Hessischen Grenze auf der Höhe nach links wieder ein asphaltiertes Sträßchen zu erreichen. 35
Ab hier ist die Rhön gegenwärtig. Im Süden der durch Basaltabbau verunstaltete Oechsen im Westen die riesige Kalihalde vom Kaliwerk Heringen. Auf der Fahrt nach Süden links ein Teich. Hier etwa befanden sich die Ortschaften Heiligenroda und Schwenge, die um 1973 im Rahmen der "Grenzsicherung" geschliffen wurden. In Oberzella treffen wir auf die ehemalige B62/84 die aufgrund ihrer Grenznähe in den sechziger Jahren zum anderen also nördlichen Werraufer verlegt wurde. Also biegen wir links und vor der Werrabrücke rechts ab, überqueren die Werra und sind nun geographisch gesehen in der Rhön 42
Auf der neuen B62/84 nach rechts haben wir bald Vacha erreicht. Dieses Städtchen mit etwa 5000 Einwohnern wird als das Tor zur Rhön bezeichnet und hat einen sehenswerten Marktplatz. Am südlichen Ortsrand ein gepflegtes Schwimmbad. 44
Um nun den Bergen näher zu kommen verlassen wir Vacha nach Süden auf der Straße nach Oechsen. Nach einigen Kilometern erreichen wir eine Kreuzung, hier kann man links nach Martinroda, rechts nach Völkershausen abbiegen. Wir biegen rechts ab und erreichen bald Völkershausen - dieser Ort wurde 1988 weltbekannt als infolge des Kaliraubbaues ein Bergsturz große Teile des Ortes zerstörte. Im Ort biegen wir rechts ab Richtung Rodenberg. 49
Am Waldrand können wir entscheiden, ob wir bei klarer Sicht den Gipfel des Oechsenberges (630 m) besteigen möchten. Wenn ja biegen wir rechts ab und fahren steil bergan bis wir bis nach einigen hundert Metern an einer Schranke zum Halten gezwungen werden. Der Oechsen ist Biosphärenreservat also keinesfalls Offroad-Gelände. Von hier etwa 30 Minuten steiler Aufstieg zum Gipfel. (+2)
Ansonsten weiter Richtung Rodenberg (nur für Anlieger gekennzeichnet) um auf der Höhe am "fünfarmigen Wegweiser" die befestigte Straße nach rechts (nur für Anlieger) zu verlassen. Nach einigen hundert Metern links im Wald das Hotel "Goldene Aue" mit empfehlenswerter Küche. Am Parkplatz, ab hier haben wir wieder "festen Boden" unter den Füßen, lohnt es sich einen Blick auf das Panorama der hessischen Kuppenrhön zu werfen. 52
Weiter hinab erreichen wir in Sünna wieder die B84, auf der wir links abbiegend am "Schacht II" vorbei den Ort Buttlar erreichen. 60

Hier verlassen wir die B84 und biegen etwa Ortsmitte links ab nach Bermbach. Wir durchfahren ökologisch sensibles Gebiet mit einer Vielzahl seltener Frühblüher. Rechts mit Antennenmast der 575 Meter hohe Arzberg (der Name weist auf Bergbau hin). Geradeaus durch Bermbach und Mieswarz überqueren wir auf kleiner Straße die ehemalige Bahnstrecke nach Oechsen, um nach weiteren drei Kilometern und der Ortschaft Masbach Mariengart zu erreichen. Links am Ortsende laden die Reste einer Klosterkapelle zur Rast ein. 69
Hinter der Gaststätte "Reismühle" erreichen wir eine Kreuzung, hier fahren wir nach rechts Richtung Oechsen Dermbach. Nachdem wir Oechsen durchfahren haben erreichen wir auf der Emberghöhe rechts einen Parkplatz. Hier haben wir weiten Blick nach Osten auf die Höhen des Thüringer Waldes. Die Hütte wird zeitweise vom Rhönklub bewirtschaftet. 75

Die Talfahrt erscheint auf der gepflasterten Serpentinenstraße fast alpin, nach Oberalba und Unteralba (inzwischen in Dermbach eingemeindet) erreichen wir Dermbach. Jetzt können wir uns entscheiden, ob wir uns in Dermbach im Schwimmbad erfrischen, im Rhönpaulus (Hotel) an Rhöner Spezialitäten erfreuen, das Heimatmuseum besuchen oder Dermbach in nördlicher Richtung auf der B285 verlassen. 79

Wir kreuzen zweimal die stillgelegte Bahnstrecke Dorndorf - Kaltennordheim und biegen am Haltepunkt Hartschwinden nach rechts Richtung Urnshausen ab. In Urnshausen mit markantem spitzen Kirchturm bleiben wir auf der Umgehungsstraße um hinter der Tankstelle nach rechts in den Ort abzubiegen. An einem kleinen Brunnen zeigt uns ein Hinweisschild nach links den Weg zum Schönsee. Die Strecke folgt zunächst einem Plattenweg, dann unbefestigt bergauf bis zu einem Parkplatz am Waldrand. Obwohl ein Verbotsschild die Weiterfahrt verbietet wird nach weiteren 900 Metern am See eine Parkgebühr kassiert, ob als Schweigegeld oder als Taschengeld für die geschäftstüchtige Dorfjugend habe ich noch nicht erkundet. Nachdem der See mit seiner großen Liegewiese bis 1973 ein beliebter Campingplatz war, wurde er dann in den Salzunger Truppenübungsplatz integriert, aus dieser Zeit stammen die Hütten, die ranghohen Chargen als Wochenendunterkunft dienten. Seit 1990 ist der See wieder zugänglich und die Hütten können gemietet werden. Camping (Zelten !) nach Anfrage möglich. 89

(-5)
ohne
Schön-
see
Natur

Zurück nach Urnshausen, biegen wir im Ort links nach Bernshausen ab. In Bernshausen befindet sich eine Jugendherberge. Es gibt in dieser Gegend drei Naturseen vulkanischen Ursprungs (ähnlich der Maare der Eifel). Den schon bekannten Schönsee, die hier am Ortsrand befindliche Bernshäuser Kutte sowie die Roßdorfer Kutte. Die Bernshäuser ist die größte und Tiefste. Der Uferweg schlecht begehbar. Lassen wir den Anglern ihre Ruhe. Wir verlassen Bernshausen am südlichen Ortsausgang und fahren am Friedhof vorbei in Richtung Roßdorf. Die Straße ist nicht befestigt und in einem sehr schlechten Zustand. Kurz hinter der Höhe befindet sich rechts der Straße der mit Trockenrasen bewachsene "Kahle Berg". Hier haben in den letzten Jahren zwei- und vierrädrige Offroader großen Schaden angerichtet. 92

In Roßdorf, das bereits dem Landkreis Schmalkalden - Meiningen angehört müssen wir uns entscheiden, ob wir rechts nach Dermbach abbiegen, um von dort aus den zweiten Teil der Vorderrhöntour anzutreten oder ob wir uns langsam auf den Heimweg begeben. In diesem Falle biegen wir am Feuerwehrhaus nach links ab. Rechts am östlichen Ortsausgang befindet sich der Hofberg (kurzer Aufstieg) hier hat man einen guten Überblick über das Gelände der Schlacht am Nebelberg im Jahre 1866 zwischen Bayern und Preussen. 95

Von nun an fahren wir auf der Landstraße 1. Ordnung Nr. 26, die sich in den letzten Jahren zur stark befahrenen Magistrale von Südthüringen in den Raum Fulda entwickelt hat. Es droht der Ausbau zur Bundesstraße, der einerseits wirtschaftlich sinnvoll aber ökologisch bedenklich ist. Sie folgt dem Verlauf des Rosabaches durch den landschaftlich schönen Rosagrund.
Im Ort Rosa hat man die Zeichen der Zeit erkannt und eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft zu einem Reitsportzentrum mit Gastronomie umgestaltet. Wem es gefällt der kann sich hier wie auf der Ponde Rosa fühlen.
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Zwischen Rosa und Georgenzell biegt rechts die Straße nach Eckards ab, wir bleiben links im Rosagrund und erreichen die kleine Gemeinde Georgenzell.
Seit Urnshausen umfahren wir in großem Bogen das Pleßmassiv (644 m), den zentralen Berg in der Thüringischen Rhön. Nachdem die Bundeswehr ein Teil des ehemaligen Übungsplatzes freigegeben hat kann der Pleß (an Wochenenden vom Rhönklub Breitungen bewirtete Hütte) von allen Seiten aus zu Fuß erreicht werden. Im Raum Bad Salzungen wird jedoch noch ein großer Schießplatz betrieben.
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Oberhalb von Helmers befinden sich Reste der mittelalterlichen Frankenburg, die in etwa 20-minütigem Aufstieg erreicht werden kann. 102
Im untersten Teil des Rosagrundes bis Wernshausen dominiert auf ausgebauter kurvenreicher Strecke der Fahrspaß. In Wernshausen haben wir das Werratal und damit die geographische Grenze der Rhön wieder erreicht. Im Ort empfehlenswert einige gastronomische Einrichtungen.
Bevor wir jedoch den Ortskern erreichen, biegen wir auf der Höhe links nach Breitungen ab. Hinter dem Ortsaugang bietet ein Aussichtspunkt ("runder Tisch")einen guten Überblick auf das Werratal und den Thüringer Wald. Bemerkenswert im mittleren Werratal ist der große Anteil an Wasserflächen. Neben dem Breitunger See wird an vielen Stellen Kies gewonnen. Es gibt mehrere offizielle, halboffizielle und inoffizielle Badeplätze.
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Wir durchfahren den Ortsteil Bußhof und erreichen Breitungen.
In Breitungen, bestehend aus den zusammengewachsenen Ortsteilen Herren-, Frauen- und Altenbreitungen, kann eine mittelalterliche Basilika besichtigt werden. Hier finden auch Konzerte statt. Oberhalb vom Breitungen am Waldrand befindet sich das Ausflugslokal Seeblick. Früher befand es sich in der Nähe der Pleßkuppe und diente dem Meininger Herzog als Jagdhütte. Es wurde nach der Besetzung der Pleßkuppe von Breitunger Bürgern dort abgetragen und hier originalgetreu wieder aufgebaut. Es ist auf einer kleine Straße erreichbar und bietet Verpflegung und Aussicht.
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Wir biegen vor der Werrabrücke links (Beschilderung "Hotel Wittgenthal") ab und fahren am Kraftwerk vorbei auf einer schmalen Straße durch die Ortsteile Neuhof und Hauenhof nach Immelborn. Hier besteht die Möglichkeit nach etwa einem Kilometer auf der B62 in Richtung Meiningen in einer ehemaligen Kiesgrube (offiziell) mit oder ohne zu baden oder zu zelten. 117

(+2)
Auf der stark befahrenen B62 durch den Ortsteil Ettmarshausen (Geschwindigkeitskontrollen) erreichen wir Bad Salzungen. Nach der Gebietsreform zur Kreisstadt erhoben bleibt zu hoffen, daß es gelingt der Stadt ein würdigeres Gesicht zu geben. Der Kurbetrieb (Sole) hat im letzten Jahrzehnt drastisch abgenommen. Durch die Innenstadt (B62) fahren wir bis wir einem Kreisverkehr erreichen; hier rechts über den Bahnübergang in Richtung Unterrohn. Mit der Überquerung der Werra verlassen wir hier auch die Rhön. 122
Am Ortsausgang biegen wir rechts ab und fahren am Grundhof vorbei auf einer sehr schmalen, kurvenreichen Straße in Richtung Gräfen - Nitzendorf, das mit der Gebietsreform in die Gemeinde Moorgrund integriert wurde. Geradeaus weiter erreichen wir Möhra den Stammort Luthers. 130
Am Lutherdenkmal vorbei verlassen wir Möhra in Richtung Kupfersuhl. Die feingliedrige Landschaft ist typisch für die südwestlichen Ausläufer des Thüringer Waldes. Durch Kupfersuhl hindurch erreichen wir den obersten Teil des Suhltales, den landschaftlich sehr schönen Flachsgrund. Kurvenreich geht es bergauf. Auf der Höhe kreuzen wie den Sallmanshäuser Rennsteig, eine historische Alternativroute zum "richtigen" Rennsteig. Schließlich erreichen wir Etterwinden und die B19. 137

Die B19 beginnt in Eisenach und endet in Oberstdorf im Allgäu. Heute fahren wir jedoch nach Eisenach zurück. Dabei fahren wir am Campingplatz "Altenberger See" vorbei, durch Wilhelmsthal und über die Hohe Sonne. Damit schließt sich der Kreis. 150
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